Bajawa- Mein Flores

Nachdem wir die Nacht im Konvent sehr gut mit warmer (!) Dusche hinter uns hatten, ging es am nächsten Morgen im privat car, günstig von unserer Nonne organisiert weiter nach Bajawa. Schon auf der Fahrt hatten wir wieder diese unfassbaren Landschaften und sahen von Ferne schon den perfekt geformten Inerie über dieser Landschaft hervorragen. Nach einer etwas längeren Suche, da der Fahrer uns an einem beliebigen Haus, nicht aber an Mercellinos Homestay abgesetzt hatte, fanden wir wieder einen Platz zum schlafen. In Flores war das ganze schon etwas komplizierter als in Bali oder Lombok, da die Anbieter, die man online vorbuchen kann sehr überteuert sind und die kleinen Anbieter sich die Gebühren der online- Plattformen nicht leisten können. Marcellino und seine Frau waren sehr sympathisch und man hatte wirklich nochmal das Gefühl von homestay. Wir bekamen zwei Roller (meiner hatte keine Anzeigen mehr, so dass ich weder Geschwindigkeit noch Füllhöhe meines Tanks sehen konnte, ach so, der Anlasser funktionierte auch eher zufällig) und wieder rollerten wir los. Unser erster Trip war in den Norden der Stadt. Unser erstes Ziel war ein Wasserfall und nach einigem Suchen, fanden wir ihn. Wir waren die einzigen Touristen und hatten nicht erwartet, dass es ein so großer Wasserfall ist. Die Indonesier, die vor Ort einen Weg neu pflasterten waren sehr interessiert an uns und mal wieder mussten wir für Selfies in fremde Handys grinsen. Was sie wohl mit diesen Fotos machen? Als nächstes hatten wir von Marcellino gehört, dass es auf dem Weg zu unseren nächsten Ziel einen Markt geben sollte. Der Markt übertraf, wie schon der Wasserfall unsere Erwartungen. Mehrere große offene Hallen voll frischem Obst und Gemüse. Wir schlenderten ewig durch die Reihen, schauten uns fremdes Obst und Gemüse an und versuchten uns mit den Marktfrauen zu verständigen. Die kleinen Haufen sind übrigens vorportionierte Einheiten, die man dann als solche kaufen kann. Die großen roten Palmherzen habe ich auf meiner Reise bisher leider noch nicht probiert, aber ich fänruda hode es spannend, wie sie schmecken. Vielleicht finde ich es ja noch irgendwo. Immer wieder schaute bei der Weiterfahrt der Inerie irgendwo heraus.

 

Wir fuhren also weiter zum letzten Ziel an diesem Tag, den Mengeruda hotsprings. Als wir ankamen stellten wir leider fest, dass wir keine Zeit hätten ins Wasser zu gehen. Trotzdem zahlten wir den Euro Eintritt um zumindest einen Blick auf die Quellen zu werfen. Und das lohnte sich. Von oben kommt das heiße Wasser des Inielika- Vulkans in ein kleines Flussbett. Das obere Wasser ist so warm, dass man erst einen Moment braucht, bevor man seine Füße eintauchen kann. Diese Mini Landschaft ist wieder mal so idyllisch, dass ich mich wie in einer künstlich geschaffenen Disneyland- Landschaft fühlte. Aber, das hier ist echt! Viele Einheimische nutzen die heißen Quellen, um sich gründlich zu waschen und Haare zu waschen. Selbst wenn wir nicht genug Zeit hatten um selbst reinzuspringen, die heißen Quellen waren toll.

 

 

 

Am nächsten Tag starteten wir wieder unsere Roller. Diesmal ging es in Richtung Süden. Diesmal wollten wir etwas bessere Touristen sein und uns die traditionellen Dörfer anschauen. Wir gingen zuerst in das vollkommen touristenfreie Luba. Am Dorfrand angekommen, wussten wir nicht, was wir machen sollten. Zögerlich gingen wir über den zentralen Dorfplatz und sahen, wie imposant Inerie dieses Dorf überragt. Außer einem spielenden Mädchen und ein paar alten Frauen, war das Dorf komplett ausgestorben, doch an den Wäscheleinen und anderen Alltagsgegenständen konnte man erkennen, dass es nicht unbewohnt war. Trotzdem wurde unsere bemerkt und wir mussten uns in ein Buch eintragen und eine „Spende“ verrichten.

Da weiter nichts zu besichtigen war, rollte ich mit meinem Roller die paarhundert Meter bergab (anspringen fand mein Roller zu diesem Zeitpunkt gerade wieder nicht so prickelnd) zum nächsten traditionellen Dorf, Bena. Hier war das ganze schon etwas professioneller aufgezogen und wir bekamen direkt am Eingang, nach Bezahlung der Spende, einen Schal umgehängt, der uns als offiziell willkommenen Gast markierte. Sehr schöne Idee, bei über 30 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit 😉 Einerseits war es ganz interessant, diese Dörfer zu sehen, doch andererseits fühlte es sich komisch an. Da noch Menschen in den Häusern wohnen, kam man sich wie ein Eindringling vor, auf der anderen Seite wirkte alles trotzdem etwas künstlich und unecht. Wir beschlossen also, dass wir genug davon hatten und nicht noch mehr dieser Dörfer sehen mussten (man hätte sicher noch zehn andere in der Gegend sehen können). Diesmal wollten wir lieber früh genug an einer anderen heißen Quelle sein, damit wir auch noch etwas davon hätten. Und es lohnte sich! Sehr versteckt, am Rand der Straße am Ende eines kleinen Pfads, den uns Einheimische vom gegenüberliegenden Kiosk zeigten, fanden wir eine sehr naturbelassene heiße Quelle. Wieder einmal wie gemalt. Von der einen Seite floss das heiße Wasser des Inerie, von der anderen kaltes Quellwasser in ein neues gemeinsames Flussbett. Das Wasser aus dem Inerie konnte man nicht anfassen, so kochend heiß war es. Außer uns war noch eine einheimische Familie an der Quelle und nachdem wir uns mal wieder in ein Buch eingetragen und einen kleinen Eintritt bezahlt hatten, tasteten wir uns vorsichtig heran. In dem Becken in dem die zwei kleinen Flüsse zusammenflossen herrschte ein Durcheinander an Temperaturen. Zwischen heiß und eisekalt konnte man in fließenden Übergängen hin und her treiben. Wir blieben im Wasser und machten Wechselbäder, bis mein Kreislauf schließlich eine Pause verlangte.

Glücklich und entspannt fuhren wir durch Bambuswälder und nochmal bei unserem Markt vorbei zurück zu unserem homestay.

 

 

Auf dem Bild seht ihr die Küche in der uns Marcellinos Frau immer leckeres Frühstück zubereitete.

 

 

 

 

 

 

Doch nach einer Abendrunde durch die Stadt auf der wie häufiger in Flores Kinder freundlich winkten und ein Foto wollten, sollte es am nächsten Tag weiter gehen, mit dem local bus nach Moni.

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